Man würde doch annehmen, dass Gutschriften wie bei normalen Bezahlvorgängen automatisch an das Standard-Girokonto weitergereicht werden, welches bei PayPal hinterlegt ist. So zunächst meine Vermutung, doch nach genauerem Überlegen kam mir, dass die ebay-Tochtergesellschaft im Grunde wie eine Bank handelt. Es liegt also nahe, dass ihnen eher danach ist, Guthaben selbst erstmal zu “horten”. Tatsächlich erschien nach dem Login bei der Seite, dass ich über ein Guthaben über den vom Verkäufer gutgeschriebenen Betrag verfügte.
Ein Klick auf “Withdraw” und wenige weitere Schritte lösten zwar das Problem, doch als besonders kundenfreundlich empfand ich das ganze Prozedere nicht. Vielmehr sollte die Standardlösung dazu lauten, mir das Geld unmittelbar auf das zuvor belastete Konto zu überweisen. Ich habe keinen Zweifel daran, dass zahlreiche Nutzer das nicht so intuitiv lösen können.
Ich wünsche mir, dass es einer der Kunden mal wirklich drauf ankommen lässt und die Sache vor Gericht geklärt wird. Denn das Prozedere, das vordergründig mit Sicherheitsbedenken gerechtfertigt wird, ist meines Erachtens eher Schikane. Wie lässt sich das vermeiden? Anwender mit hohen Ansprüchen gehen gar nicht erst zu GMX, sondern richten sich gleich ein Konto bei dem führenden Dienst “Google Mail” ein.
All das hält sich noch im Rahmen, doch am Schluss hab ich mich nicht aus dem Vertragsverhältnis befreit, sondern bin gehalten, ein Bestätigungsfax zu senden bzw. eine Kopie einzusenden. Zu meiner eigenen Sicherheit steht dort. Aber:
Es wird so getan, als hätte ich noch gar keine Willenserklärung abgegeben und mir werden Formerfordernisse auferlegt, die einfach nur vollkommen überzogen sind. Mir blieb leider nichts übrig, als das Schreiben mit der guten alten Briefpost zu verschicken, da ich kein Fax besitze. Doch was muss ich wenige Tage später in meinen E-Mails lesen? Mein Tarifwechsel wurde storniert, weil noch keine Bestätigung eingangen sei. Okay, jetzt verschicke ich das Ding per Fax übers Internet.
Viele Unternehmen binden Kunden durch exzellenten Service, andere durch herausragende Produkte, wieder andere durch unschlagbare Preise an sich. Bei GMX gehört aber selbst noch die Kündigung zur Kundenbindung.
Update: Ein Artikel zu dem schlechten Kundenservice findet sich auch hier bei teltarif.de.
Vor gut einer Woche brachte Skype eine Version für das iPhone auf den Markt, womit die Diskussion um VoIP-Nutzung im Mobilfunknetz notwendigerweise wieder aufflammte. Seitdem betonen die Mobilfunker (darunter vor allem T-Mobile), dass die Nutzung derartiger Software in ihren Netzen vertraglich nicht zulässig sei, was eigentlich nichts Neues ist. Interessant ist jedoch die Begründung, die etwa der “rosa Riese” bietet: Angeblich sei das Netz nicht dafür gerüstet, einem Ansturm von mobilen Surfern zu begegnen. Mit anderen Worten erkennt man zwar eine entsprechende Nachfrage auf dem Markt, will aber nicht mit passenden Angeboten reagieren.
Da stellt sich die Frage, wozu Milliarden in UMTS-Lizenzen investiert wurden? Jedenfalls erscheint die Kapazitätsausschöpfung vor dem Hintergrund der Studie “Mobile Web Watch 2008″ nicht besonders stichhaltig, die zu dem Ergebnis kam, dass nur jeder neunte Kunde mit einem internetfähigen Endgerät diese Funktionalität auch tatsächlich nutze. Vielmehr befürchten die Bonner wohl Umsatzeinbußen durch die Verlagerung von Gesprächen aus ihrem Netz hin zu vermehrtem VoIP-Einsatz. Kurz- bis mittelfristig mögen die Gründe hierfür gewiss nachvollziehbar sein, einer weiteren Erosion des Umsatzes pro Kunden (ARPU) entgegenzuwirken, doch ist dies wohl nicht mehr als ein Kampf auf verlorenem Posten. Bereits letztes Jahr tat der E-Plus-Chef Thorsten Dirks in einem Interview kund, er sehe die Rolle der Mobilfunkanbieter künftig als Datentransporteure. Jedoch wirkt die gegenwärtige Strategie so, als werde dieser Fall nicht in den nächsten Jahren eintreten.
Mobile Internetnutzung spricht derzeit noch einen relativ kleinen, aber nichtsdestoweniger attraktiven Kundenkreis an, der sich wohl vornehmlich aus technikverliebten, jungen Menschen zusammensetzt. Die Mobilfunkanbieter hätten durch einen offeneren Umgang mit Skype, ICQ & Co. die Möglichkeit, diese oft zahlungskräftige Kunden durch attraktive Pakete an sich zu binden und so dauerhaft ihre Stellung in einem hart umkämpften Markt zu sichern. Inwiefern dies eintritt, muss wohl abgewartet werden. Immerhin scheinen sich die Preise zumindest für die reinen Datentarif auf ein erschwingliches Niveau zu bewegen.
Nachtrag vom 02.06.2009: Nun scheint es, als sei T-Mobile doch dazu bereit, eine VoIP-Option für seine Kunden anzubieten. Weitere Details hier.
Bildquelle (Creative Commons-Lizenz)
Quelle: www.studivz.net
StudiVZ hat es jetzt geschafft, das “Surferlebnis” noch ein wenig nerviger zu gestalten. Ab sofort kommt eine Warnmeldung, man solle doch gefälligst “raus hier” klicken, wenn man StudiVZ verlassen will. Der erhobene Zeigefinger (oder Mittelfinger?
) des Strichmännchens verstärkt dein Schuldgefühl noch zusätzlich.
Okay, Spaß beiseite: Von allen großen Web 2.0-Seiten (sagen wir mal FlickR, Gmail, Facebook, Digg, etc.) meint StudiVZ seine offensichtlich Logout-unwilligen Nutzer gängeln zu müssen. Sollte es nicht vielleicht dem Besucher selber überlassen bleiben, ob er seine “Session” beendet?